Workshop „Methoden visueller Kommunikation in der räumlichen Planung“ 15./16.02.2018 - Kassel

Im Fokus:

 Visualisierungsmethoden für Planer

 Visuelle Kommunikation zwischen Planern

 Visuelle Kommunikation zwischen Planern und Öffentlichkeit  Visuelle Forschungsmethoden

 Visuelle Kommunikationsmethoden angrenzender Disziplinen

Visualisierungen sind in den verschiedensten Wissenschaften und Disziplinen - unter ihnen auch in der räumlichen Planung - zu einem unentbehrlichen Instrument zur Produktion und Vermittlung von Wissen geworden (Schnettler/Pötzsch 20071). „Ikonografische Wende“ (Boehm 19942) - „Revolution der Bilder“ (Flusser 19963) und weitere derartigen Ausrufe in den traditionell bildorientierten Wissen- schaften beschreiben die - zumeist theoretischen - Auseinandersetzungen mit den „expandierenden Bildwelten“ (Schnettler/Pötzsch 2007). Dies steht einer Lücke planungsbezogener Reflexion gegenüber.

In der Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur ist die Aneignung und Entwicklung visueller Kommunikationskompetenz aus mehreren Gründen von grundlegendem Interesse: Landschaft wird vom Menschen überwiegend auf der Basis visueller Eindrücke und derartiger Erinnerungen individu- ell konstruiert. Dementsprechend erfolgt der Zugang zur Landschaft für einen großen Teil der Öffent- lichkeit durch visuelle Wahrnehmung, so dass der visuellen Kommunikation über Landschaft eine besondere Bedeutung zukommt. Im Zuge der in den letzten Jahrzehnten stärkeren kommunikativen Ausrichtung der Planung gewinnen Methoden visueller Kommunikation zum Beispiel im Rahmen öffentlicher Mitwirkung an Bedeutung. Aktuell sind Innovationen im Bereich digitaler Medien und interaktiver Darstellungstechnik zu beobachten, welche visuelle Kommunikation in der Planung ver- ändern und erweitern. Hierzu gehören bereits gängige Methoden, die adaptiert bzw. über das Internet verfügbar gemacht werden, wie z.B. Public Participatory GIS (PPGIS), aber auch völlig neue Methoden wie z.B. Virtual Reality. Manche Methoden kombinieren bisher getrennt erscheinende Bereiche z.B. im forschenden Entwerfen. Ein weiteres breites Handlungsfeld ergibt sich im Bereich Social Media.

Die Formen der Kommunikation betreffen unterschiedliche Arbeitsbereiche von Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur und schließen verschiedene Methoden und verschiedene Techniken zur Darstellung und Sichtbarmachung von Landschaft ein. Die Disziplin kann auf eine lange Tradition in der visuellen Kommunikation in Form von Karten- und Plandarstellungen sowie visueller Konzeptualisierungen zurückgreifen. Jedoch fehlt es in der entsprechenden Literatur an theoreti- schen Herleitungen von Kriterien und Ansprüchen an planungsbezogener visueller Kommunikation (Lange und Bishop 2005; Sheppard 2012). Bislang greift die Planung auf das methodische Repertoire

1 Schnettler, Bernt; Pötzsch, Frederik S. 2007: Visuelles Wissen. In: Schützeichel, Rainer (Hrsg.): Handbuch

Wissenssoziologie und Wissensforschung. Konstanz: UVK: 472-484

2 Boehm, Gottfried 1994: Die Wiederkehr der Bilder. In. Ders. (Hrsg.): Was ist ein Bild? München: Fink: 11-38 3 Flusser, Vilém 1996: Die Revolution der Bilder. Mannheim: Bollman